DAS FLAIR DER EPOCHE

Die Historie und Magie des Jahreswechsels

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I. Der Silvesterball Wiesenthau

Ein glanzvoller Jahreswechsel


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II. Geschichte der Neujahrs- & Silvesterbälle

Traditionen zum Jahreswechsel


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III. Geschichte meiner Silvesterbälle

Ein persönlicher Rückblick


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IV. Geschichte von Schloss Wiesenthau

Die historische Kulisse



I. Der Silvesterball Wiesenthau


Der Silvesterball auf Schloss Wiesenthau entfaltet einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Zauber – ein glanzvolles Fest der Epochen, das den Geist historischer Eleganz und unbeschwerter Lebensfreude atmet. Wenn das ehrwürdige Gemäuer im festlichen Lichterglanz erstrahlt, tauchen die Gäste ein in eine Welt voller Grandezza, beschwingter Geselligkeit und feinsinnigem Esprit, die fast spürbar von der Aura historischer Persönlichkeiten inspiriert zu sein scheint.

Doch dieses rauschende Erlebnis ist weit mehr als ein bloßes Flanieren: Zusammen mit der intensiven Vorbereitung entpuppt sich der Tag als ein wahrer Tanzmarathon, der von den Gästen durchaus Begeisterung und Kondition verlangt. Bereits um 13 Uhr am Nachmittag beginnt das gemeinsame Einstimmen, bei dem Schritte verfeinert und anspruchsvolle Choreografien mit viel Freude erprobt werden. Nach einer kurzen Pause für den glanzvollen Gewandwechsel nimmt das Fest am Abend erst richtig an Fahrt auf. Getragen von exquisiten kulinarischen Köstlichkeiten und lebhaften Gassentänzen, bei denen man im Handumdrehen mit allen Anwesenden ins Gespräch kommt, vergehen die Stunden wie im Fluge. Wer bei diesem wunderbaren Fest bis zum furiosen Finale um 3 Uhr früh durchtanzen möchte, braucht Ausdauer – da muss man wahrlich mithalten können! Belohnt wird man dafür mit einer unvergesslichen Nacht voller Eleganz und Erinnerungen, die noch weit in das neue Jahr hineintragen.


II. Geschichte der Neujahrs- & Silvesterbälle


Der Zauber des Jahreswechsels birgt eine faszinierende Geschichte, die uns auf eine glanzvolle Reise durch die prachtvollsten Epochen der Vergangenheit mitnimmt. Dass der Beginn eines neuen Jahres auf den 1. Januar fällt, verdanken wir bereits den Kalenderreformen des Julius Cäsar. Doch die Ernennung des 31. Dezembers zum offiziellen Jahresabschluss wurde erst im Jahr 1582 durch Papst Gregor XIII. endgültig besiegelt. Er widmete diesen letzten Tag dem Heiligen Papst Silvester I., der an einem 31. Dezember im Jahr 335 verstorben war – und gab unserer heutigen Feiernacht damit ihren klangvollen Namen.

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Interessanterweise waren die Feierlichkeiten rund um diesen Übergang über Jahrhunderte hinweg in zwei völlig unterschiedliche Welten geteilt. Der Silvesterabend selbst war historisch betrachtet stets ein ausgesprochen privates und intimes Ereignis. Besonders in der feinen Gesellschaft der Regency-Epoche zog man sich an diesem Abend in die heimischen Gemächer zurück. Man versammelte ausschließlich die Familie und die allerbesten Freunde um sich, um das alte Jahr bei einem feinen Dinner im warmen Kerzenschein ausklingen zu lassen. Es war eine Zeit der tiefsinnigen Gespräche und der persönlichen Reflexion. Erst um Mitternacht erhob man im engsten Kreis das Glas, lauschte den Kirchenglocken und vertrieb mit fröhlichem Lärm die Geister der Vergangenheit.

Ganz anders verhielt es sich mit dem Neujahrstag, der stets im Zeichen der großen Bühne stand. Sobald am 1. Januar die Sonne aufging, wandelte sich die private Behaglichkeit in puren gesellschaftlichen Glanz. Bereits an den prächtigen Höfen der Renaissance war Neujahr der Tag der offiziellen Repräsentation, der feierlichen Empfänge und der herrschaftlichen Etikette. Diese festliche Tradition zog sich nahtlos bis in das schillernde Empire der Regency-Zeit hinein. Neujahr war der Moment, um bei Hofe vorstellig zu werden, offizielle Neujahrswünsche zu überbringen und den majestätischen Auftakt für die legendären Winter- und Neujahrsbälle zu bilden. Hier zeigte man sich im edelsten Gewand, glitt bei rauschenden Tänzen über das Parkett und zelebrierte den Neubeginn mit beispielloser Grandezza vor der gesamten Gesellschaft.

Im Laufe der Zeit haben sich diese beiden Welten auf wunderbare Weise miteinander vereint. Die opulente Eleganz und die tanzfreudige Ausgelassenheit der offiziellen Neujahrsbälle wanderten in die geheimnisvolle Nacht des 31. Dezembers. So vereint ein historischer Silvesterball heute das Schönste aus all jenen Epochen: Er bewahrt sich die herzerwärmende Intimität, den magischen Moment des Jahreswechsels mit guten Freunden zu teilen, und krönt diesen Übergang zugleich mit dem unvergesslichen, royalen Flair der prunkvollsten Neujahrsbälle vergangener Jahrhunderte.


III. Geschichte meiner Silvesterbälle


Ein solcher Jahreswechsel voller Poesie und familiärer Noblesse prägt auch die Historie meiner eigenen Silvesterbälle, zu denen ich nun schon seit dem Jahr 2012 einlade. Der Gedanke dahinter war von Beginn an ein ebenso simpler wie charmanter: Das alte Jahr nicht einfach ausklingen zu lassen, sondern vielmehr sogleich mit dem richtigen, beschwingten Schritt und umgeben von Gleichgesinnten in das neue hinüberzugleiten.

Ihren lieblichen Anfang nahm diese Tradition in den altehrwürdigen Mauern von Burg Gaillenreuth. In einem überaus feinen, handverlesenen Rahmen von gerade einmal 25 Personen machten wir dort alljährlich die Nacht zum Tage und tanzten nicht selten bis tief in die von Sternen erhellten Morgenstunden. Zwar unterscheiden sich diese Feste ganz bewusst von den großen, opulenten Bällen mit Live-Musik und höfischem Pomp, doch gerade in dieser feinen Reduktion lag ihr unvergleichlicher Zauber. Ganz im Geiste des Fancy Vintage waren sie von einer tiefen, verbindenden Intimität geprägt – Momente der echten Begegnung, in denen die gemeinsame Leidenschaft für den Tanz die Seelen verband.

Seit dem Jahr 2023 hat diese liebgewonnene Tradition nun ein neues, prachtvolles Zuhause gefunden: Den Silvesterball auf Schloss Wiesenthau. Hier verschmilzt die herzerwärmende, vertraute Geselligkeit der frühen Jahre auf wunderbare Weise mit einer neuen, genussvollen Dimension. Ein unvergleichliches Festmahl veredelt nun den Übergang und verwöhnt die Sinne, bevor wir uns wieder der Musik hingeben. So lebt der ursprüngliche, intime Geist unserer ersten Zusammenkünfte in den glanzvollen Sälen des Schlosses weiter – und krönt den Start in das neue Jahr auf die denkbar schönste und genussvollste Art.


IV. Geschichte von Schloss Wiesenthau


Eingebettet in die malerische Landschaft der Fränkischen Schweiz, direkt am Fuße des sagenumwobenen Tafelberges Ehrenbürg, erhebt sich Schloss Wiesenthau als steinernes Zeugnis einer überaus bewegten Historie. Einst im 11. Jahrhundert als stolzer Stammsitz der Herren von Wiesenthau begründet, wuchs die Anlage bald zu einer imposanten Ganerbenburg heran. Um allen Linien des mächtigen Rittergeschlechts ein standesgemäßes Heim zu bieten, nahm das Schloss schier fürstliche Dimensionen an. Zwar brachten Kriege und Zerstörung die wehrhaften Mauern mehrfach zu Fall, doch wie ein Phönix aus der Asche erstand die Anlage im 16. Jahrhundert als eines der prächtigsten Renaissanceschlösser Süddeutschlands neu – eine malerische Kulisse, die selbst das Universalgenie Albrecht Dürer in seiner weltberühmten "Großen Kanone" für die Ewigkeit festhielt.

Mit dem Anbruch des Barockzeitalters wandelte sich das einstige Bollwerk endgültig zu einem Ort der prachtvollen Repräsentation und der rauschenden höfischen Feste. Die weiten Raumfluchten und der opulente Barocksaal wurden zur glanzvollen Bühne einer Gesellschaft, die das Leben in vollen Zügen zu zelebrieren wusste. Doch das Rad der Zeit zeigte sich unerbittlich: Auf Kriege und wirtschaftlichen Niedergang folgte im 19. Jahrhundert das traurige Erlöschen der stolzen Dynastie von Wiesenthau. Das architektonische Juwel verfiel in einen tiefen Dornröschenschlaf, aus dem es erst in den 1980er Jahren durch eine überaus liebevolle, denkmalgerechte Restaurierung zu neuem, strahlenden Leben erweckt wurde.

Heute atmen die ehrwürdigen Säle wieder genau jenen Geist der Grandezza, der sie einst formte. Die wundervolle architektonische Auferstehung des Schlosses bereitete zugleich den Boden für eine faszinierende Rückkehr der feinen Künste: Wo einst der historische Adel flanierte, widmet sich seit 1985 die Schloßtanzgruppe Wiesenthau mit höchster Hingabe der Rekonstruktion höfischer Tänze. Wenn in diesen Mauern die zarten Klänge vergangener Epochen erklingen und die Tanzenden in prachtvollen Gewändern mit mathematischer Präzision über das Parkett gleiten, verschmelzen Gegenwart und Historie zu einer vollkommenen Einheit. So schließt sich der Kreis, und Schloss Wiesenthau erstrahlt erneut als der perfekte, lebendige Rahmen für jene unvergesslichen Begegnungen, bei denen wir die Geschichte voller Eleganz einfach weitertanzen.